Archiv für November, 2007

Motive und Handlungen

Veröffentlicht in Kopf am November 30, 2007 von socialtuning

Unsere Motive und Handlungen werden im Wesentlichen durch drei Faktoren beeinflusst:

1) Werte der Gesellschaft, in der wir aufwachsen

2) Werte der Eltern

3) Persönliche Veranlagung und Temperament

Daraus folgt ein persönliches Motivationssystem, welches bei der Wahl des Urlaubsortes, der Partnerwahl, dem Beruf, dem Konsumverhalten, etc. Einfluss auf unsere Entscheidungen nimmt.

Bisher wurden drei große Motivationssysteme definiert:

Stimulanzsystem Spiel und Spannung/Neugierde und Wissensdurst/Freude an Bildung/Neugierde auf die Welt

Im Stimulanzsystem geht es vor allem um Spaß und Abwechslung.

Man bevorzugt gerne neue Speisen, lustige Kleinwagen oder schnittige Sportwagen und spontane Reisen ohne lange Vorbereitungen. Ein Albtraum wäre die klassische Pauschalreise.

Stimulanzmenschen zeigen Interesse an Kunst, Kultur und Kreativität und sind auf der Suche nach etwas Neuem und Inspiration, wie z.B. bei Designern, Künstlern und Schauspielern.

Forscher, die den Reiz der Entdeckung lieben, und Extremsportler, die besondere Herausforderungen suchen, zählen auch zu den stimulanzdominierten Menschen.

Dominanzsystem Macht/Status/Ansehen/Exklusivität

Man bevorzugt die Freiheit, die Macht, den Status und die Anerkennung.

Statusmotivierte streben nach dem „dicken Auto“ und bevorzugen im Urlaub eher ein edles Hotel oder eine Ferienvilla.

Status- und Anerkennungsmotivierte suchen die Nähe von Prominenten und Stars. Sie besitzen und zeigen Fotos von sich und einer bekannten Person. Und man kann davon ausgehen, dass diese bekannte Person dieses Foto nicht ebenso zur Schau stellt. :)

Freiheitsliebende lassen sich nicht gerne etwas sagen und bevorzugen daher z.B. beruflich die Selbststständigkeit. Die Freiheitsliebe ist allerdings nicht gleich der Abenteuerliebe. Einschränkungen (auf Reisen, während des Auslandsaufenthaltes etc.) können die Freiheitsliebe einengen.

Machtliebende besitzen viel Energie, um z.B. irgendwann in einem Chefsessel zu arbeiten.

Balancesystem Erdung/Ausgleich/Familiensinn/Solidarität/Gesundheit/Naturliebe

Es gibt hier 4 Ausprägungen: die Sicherheit, die Harmonie, die Stimmigkeit und dieFürsorglichkeit.

Das Bedürfnis nach Sicherheit ist in Deutschland sehr ausgeprägt. Dies zeigt sich an ADAC-Mitgliedschaft, Lebensversicherungen, Eheverträgen oder auch am Interesse an Weiterbildung zur Arbeitsplatzsicherung.

Die Harmoniemotivierten pflegen Freundschaften, sind hilfsbereit, können eher schlecht Nein sagen, denken an Geburtstage und versorgen gerne andere.

Die „Stimmigen“ bevorzugen eine klare Linie und Zuverlässigkeit. Die Handlungen und die Aussagen befinden sich im Einklang. Sie lügen selten und sind unflexibel. Anstatt aktueller Mode bevorzugen sie gute Stoffe und haltbare Kleidung. Sie bevorzugen jedes Jahr denselben Urlaub am selben Ort.

(Aus:  Psychologie Heute-compact – Selbsterkenntnis)

Die Mensch-Computer-Metapher

Veröffentlicht in Theorien am November 26, 2007 von socialtuning

Menschliche Biologie – Die Hardware

Menschliche Psychologie – Die Software

Wohlbefinden – Der Ventilator zur Kühlung

Selbstreflexion – Der Computermonitor

Persönliche Grenzen – Die Schnittstellen (Interfaces): Keyboard/ Firewall/ Modem …

Stress – elektrische Überspannung

Intellekt – Die verfügbaren Daten

Erziehung – Die Festplatte (mit logisch geordneten Daten)

Erfahrungen – Der „Reichtum“ aller verfügbaren Daten = Internet

Entscheidungen treffen/Gehirn – Der Mikroprozessor

Und…

Selbstbewusstsein und Intuition – keine Analogie vorhanden, da Computer (noch?) keinen freien Willen besitzen…

(Aus: “The Tortoise and Hare Quit the Rat Race” – Paul Dobransky)

Strategien zum Wohlbefinden

Veröffentlicht in Kopf am November 20, 2007 von socialtuning

- Körper und Geist sind miteinander verzahnt. Emotionen haben ihren Ursprung im Körper. Bewegung (und Sex) sind sichere Methoden die Stimmung zu heben.

- Aktivität macht glücklicher als Nichtstun. Urlaub (in dem gefaulenzt wird) kann daher durchaus zu einer Belastung werden. Im Gehirn hängt die Steuerung von Gedanken, Vorhaben und Gefühlen eng zusammen. Fehlt dem Gehirn die Beschäftigung, haben die Sorgen freien Lauf. Ein realistisches Ziel setzen und dieses Ziel erreichen führt zu Vorfreude und Triumph.

- Negative Emotionen verschwinden nicht, wenn wir sie ausleben, wir verstärken sie dadurch eher! „Mal so richtig Dampf ablassen“ schadet uns.

- Konzentrierte Wahrnehmung kann von Hochgefühlen begleitet werden (auch bekannt als „Flow“).

- Vielfalt gefällt. Unser Erwartungssystem stumpft schnell gegen angenehme Reize jeder Art ab. Wenn wir unsere Genüsse wechseln, entgehen wir der Gewöhnung. Die Reize des Unerwarteten schätzen und das Vertraute aus neuen Blickwinkeln betrachten tut gut.

- Frei sein in den Entscheidungen ist mehr wert als Wünsche erfüllt zu bekommen. Die Kontrolle über das eigene Schicksal ist für die meisten Menschen eine grundlegende Vorraussetzung von Glück und Zufriedenheit. Wer etwas Ersehntes (Haus, Auto, Reise, etc.) nur um den Preis von Abhängigkeit bekommt (Schulden), fährt meistens besser, wenn er die Freiheit wählt.

(Aus: “Die Glücksformel” – Stefan Klein)

Argentinien und Manhatten

Veröffentlicht in Kopf am November 19, 2007 von socialtuning

Im Jahr 2002 plante Timothy Ferriss eine Reise nach Buenos Aires.

Seine Freunde in Manhatten sagten zu ihm: „Wie kannst du nur dorthin reisen? Da gab es doch gerade eine Wirtschaftskrise. Das ist doch viel zu gefährlich!“

Während seiner Reise sagten die Argentinier zu ihm: „Wie kannst du nur in Manhatten leben? Da gab es doch gerade den Anschlag auf das World Trade Center. Das ist doch viel zu gefährlich!“

(Aus: “The 4-Hour Workweek” – Timothy Ferriss)

Happy End

Veröffentlicht in Kopf am November 13, 2007 von socialtuning

Bei der Erinnerung an ein Gefühl kommt es nicht darauf an, wie lange dieses Gefühl andauert. Das Gehirn speichert vielmehr den Höhepunkt des Gefühls und die letzten Momente vor dem Ende. Der letzte Eindruck bleibt hängen.

Beispiel: Wenn man sich auf einer Party befindet, macht es Sinn auf dem Höhepunkt des Festes den Ort zu verlassen. Leave on a high note…

Dies erklärt auch, warum in so vielen Spielfilmen auf das Happy End nicht verzichtet wird. Das Studio, welches viel Geld in die Produktion investiert, riskiert ohne ein Happy End einen Flop und den Verlust seiner Investitionen!

Unser Gehirn will ein Happy End!

(“Die Glücksformel” – Stefan Klein)

Rollstuhl und Lottogewinn

Veröffentlicht in Kopf am November 13, 2007 von socialtuning

Unser Gehirn neigt dazu die Folgen von positiven und negativen Entwicklungen maßlos zu überschätzen!

Bei einer Studie wurden Menschen gefragt, wie sie ihre Lebenszufriedenheit einschätzen würden, wenn sie im Lotto gewinnen würden oder nach einem Unfall querschnittsgelähmt wären. Es wurden hierbei nicht nur „normale Menschen“ nach ihrer Lebenszufriedenheit befragt, sondern auch Lottogewinner und querschnittsgelähmte Unfallopfer.

Es stellte sich heraus, dass der Millionengewinn das Wohlbefinden nicht auf Dauer anhebt und die Folgen des Unfalls die Lebenszufriedenheit nicht in dem Maße senken, wie man es vorher erwartet hätte.

Natürlich sind die Betroffenen die ersten Wochen nach dem Ereignis euphorisch bzw. niedergeschlagen, allerdings pegelt sich die Lebenszufriedenheit nach ein paar Monaten auf ein ähnliches Niveau wie vor den Ereignissen ein.

Die Studie demonstriert, wie anpassungsfähig die Menschen sind, im Guten wie im Bösen.

(Aus: “Die Glücksformel” – Stefan Klein)

Ein Gesprächstrick

Veröffentlicht in Sprechen am November 11, 2007 von socialtuning

Um einer Unterhaltung oder einem wichtigem Gespräch eine gute Gesprächsatmosphäre zu ermöglichen, ist es vorteilhaft, wenn man zusammen eine zusätzliche einfache Tätigkeit ausübt oder eine einfache Ablenkung ermöglicht.

Sitzt man sich gegenüber und fixiert man sich auf das Gespräch, lastet automatisch ein gewisser Druck auf den Gesprächspartnern um ein peinliches Schweigen zu vermeiden.

Wenn man einer gemeinsamen Tätigkeit nachgeht, z.B. gemeinsam etwas aufräumen oder Sport treiben, oder zusätzliche Reize bietet, z.B. Auto fahren, verbessert sich die Atmosphäre. Dies funktioniert bei alten Freunden genauso wie bei Unbekannten. Selbst ein laufender Fernseher ohne Ton kann einen deutlichen Unterschied ermöglichen.

Da stellt sich nur noch die Frage, wie man seine Freunde dazu bringt, während einer Unterhaltung beim Abwasch zu helfen!? :)

Das Rotationsprinzip – „vertraute Abwechslung“

Veröffentlicht in Hand am November 11, 2007 von socialtuning

Kontraste sind eine Quelle des Glücks. Unser Drang nach mehr bekommt Alternativen.

Wenn man einen geselligen Abend mit 2-3 guten Freunden verbringt, macht es wenig Sinn, sich mit genau denselben Menschen am nächsten Abend noch mal zu treffen. Vielmehr sollte man sich in einer neuen Zusammenstellung an einem anderen Ort zu einer anderen Aktivität verabreden.

Nach einer Weile kann man das ursprüngliche Vergnügen wiederholen, denn das Gedächtnis des Erwartungssystems hält nicht lange an.

Wenn man ein Repertoire an Genüssen entwickelt hat, kann man diese in gewissen Abständen rotieren lassen.

Da Menschen dazu programmiert sind das Neue zu suchen, können die „rotierenden“ Genüsse mit neuen Erfahrungen kombiniert werden. Das Unvorhersehbare kann zum einen Stress bedeutet, zum anderen allerdings als freudige Überraschung eines der stärksten Lustgefühle hervorbringen, die Menschen erleben können.

Die Freude am Vertrauten

Der Forscher Robert Zajonc hat herausgefunden, dass wir Reize dann positiver wahrnehmen, wenn wir sie häufiger wahrnehmen. Das Foto einer fremden Person, ein unbekanntes Gericht, ein Kunstwerk oder ein Musikstück wirkt auf uns positiver, je häufiger wir es wahrnehmen. Die Vorliebe für das Vertraute kann erklären, warum Radiosender immer dieselben Songs spielen oder sich die Modewellen ca. alle 20 Jahre wiederholen.

Kombiniert man diese Erkenntnis mit der Rotation der Genüsse (Modetrends werden leicht verändert, Hits werden Jahre später als Remix veröffentlicht) zeigt sich, dass die Lust an der Entdeckung des Neuen und die Freude am Vertrauten keine Gegensätze darstellen.

(Aus: “Die Glücksformel” – Stefan Klein)

Der Mensch ist ein Nimmersatt!

Veröffentlicht in Kopf am November 11, 2007 von socialtuning

Leider gewöhnen wir uns schnell an das, was wir in den Händen halten und wollen immer mehr bekommen von dem, was wir erreichen können. Haben wir uns an das Neue gewöhnt, schweigen unsere Neuronen.

Dies kann man unter Kontrolle bekommen wenn man sich kritisch mit seinen Begierden auseinandersetzt. Begehren muss nicht immer in Genuss enden. Wollen und Mögen sind zweierlei.

Bist du schon mal neben einem One-Night-Stand aufgewacht? Wurde aus dem Begehren ein Genuss?

Maria Callas, zu ihrer Zeit die bestbezahlte Künstlerin der Welt, hat, obwohl sie für ihre Gagen kaum Verwendung hatte, immer genau einen Dollar mehr verlangt als bei dem vorherigen Auftritt. Ein ironischer Umgang mit dem Drang nach mehr.

(Aus: “Die Glücksformel” – Stefan Klein)

Drei Einsichten zum Glück

Veröffentlicht in Kopf am November 11, 2007 von socialtuning

1) Die positiven Gefühle können die negativen Gefühle vertreiben.

2) Kein Glück hält ewig an, aber man kann dafür sorgen, dass man mehr Glücksmomente erlebt als bisher und diese langsamer abklingen lässt.

3) Es ist weniger wichtig, was man erlebt, als wie man es erlebt

Wir werden für Tätigkeit mit guten Gefühlen belohnt. Es wäre evolutionär nicht sinnvoll für den Menschen träge zu sein. Ein zentraler Überlebensvorteil des Menschen war es immer klüger und geschickter zu sein als die anderen Lebewesen.

Dies erklärt, warum reiche Menschen weiterarbeiten anstatt in der Sonne zu liegen. Tätigkeit gibt uns gute Gefühle. Faulenzen dagegen, auch wenn man dies subjektiv anders empfindet, macht nicht glücklich. Dabei ist es relativ egal ob man Holz hackt, die Wohnung renoviert, ein Gericht zubereitet oder den Hof kehrt.

„Der Mensch beschäftigt sich damit sein Glück zu suchen, aber sein größtes Glück liegt darin beschäftigt zu sein.“ Alain

(Aus: “Die Glücksformel” – Stefan Klein)