Archiv für Januar, 2008

Drogenkonsum

Veröffentlicht in Theorien am Januar 27, 2008 von socialtuning

In den meisten Naturvölkern gab es Drogenkonsum ohne Drogenmissbrauch. Durch die natürlichen Ressourcen (z.B. Ernten) waren die Drogen immer nur in eingeschränkten Maße erhältlich.

Der Missbrauchs von Drogen wurde erst möglich, als diese unbegrenzt zur Verfügung standen bzw. sich ein weltweiter Handel mit Drogen etablierte.

Viktimisierung

Veröffentlicht in Theorien am Januar 23, 2008 von socialtuning

Der französische Philosoph Pascal Bruckner bezeichnet mit Viktimisierung die „Neigung des Bürgers, sich selbst nach dem Muster verfolgter Völker zu begreifen“.

Jammern ist ein Phänomen in allen sozialen Schichten: Arbeitnehmer fühlen sich ausgebeutet, Unternehmer verprellt, Leistungsträger geschröpft, Mieter benutzt, Vermieter entrechtet, Frauen benachteiligt, Männer schlecht gemacht, Anleger übers Ohr gehauen, Lehrer überfordert und Politiker beschmutzt.

Jeder klagt fehlende Anerkennung von anderen ein.

Der Hang zum Selbstmitleid variiert auch innerhalb der Nationen. Die Deutschen neigen mehr zu Selbstmitleid als Amerikaner oder Engländer. Einen ähnlichen Unterschied entdeckte man auch bei den Türken, die in Deutschland leben und denen, die in der Türkei leben.

(Aus:  Psychologie Heute-compact – Selbsterkenntnis)

Selbstkontrolle: Der Marshmallow-Test

Veröffentlicht in Theorien am Januar 23, 2008 von socialtuning

Einem Vorschulkind wird ein Marshmallow vorgelegt. Wenn das Kind den Marshmallow 15 Minuten lang nicht verzehrt, bekommt es noch einen zweiten Marshmallow. Wenn es den Ersten allerdings verspeist, bekommt es keinen zweiten Marshmallow.

Bei Nachuntersuchungen dieses Experiments stellte sich folgendes heraus: Je länger ein Kind in der Lage ist den Test durchzuhalten, desto besser bewältigte es sein Leben.

Die Kinder zeigten im Teenageralter eine bessere Konzentration, mehr Intelligenz, planvollerer Umgang mit Aufgaben und bessere Noten bei Standardschultests. Stress, Versuchung und Frustration konnte Sie nicht unterkriegen.

Selbst mit Anfang 30 zeigten sie immer noch eine größere Selbstbeherrschung als jene Personen, die sich als Kind nicht zurückhalten konnten.

Ein ähnliches Experiment wurde mit erwachsenen Frauen in einem Büro durchgeführt: Vierzig Sekretärinnen wurden Schokoladenküsse ins Büro gelegt.

Wenn die Süßigkeiten unter einem undurchsichtigen Behälter 2 Meter entfernt waren , genehmigten sich die Frauen nur 3 am Tag. Lagen die Süßigkeiten direkt auf dem Schreibtisch unter einem durchsichtigen Behälter, aßen die Frauen fast 8 Stück am Tag.

Selbstkontrolle funktioniert sogar ähnlich wie ein Muskel. Bei einem weiteren Experiment wurden die Versuchteilnehmer in einen Raum geführt, in dem es nach frischen Keksen duftete. Ein Teil der Personen durfte die Kekse probieren, ein anderer Teil durfte Rettich essen. :)

Anschließend mussten alle eine (unlösbare) Denkaufgabe bearbeiten. Die „Rettich-Esser“ kapitulierten bereits nach 9 Minuten, die „Keks-Esser“ hielten 18 Minuten durch.

Ein paar Ideen, wie man Selbstbeherrschung verbessern kann:

- Die Verlockungen innerhalb eines Bilderrahmens vorstellen. Ein Bild kann man nicht essen.

- Nicht alles auf einmal! Fernsehen, Rauchen und Süßigkeiten nicht gleichzeitig abgewöhnen.

- Fortschritte und Erfolge notieren.

- Realistische Ziele setzen! Wer mit dem Laufen beginnen will, sollte sich zuerst eine kurze, angemessene Strecke vornehmen.

-Ausreichend schlafen, denn Schlafmangel schwächt die Selbstkontrolle!

(Aus: Psychologie Heute-compact – Selbsterkenntnis)

Selbsterkenntnis=Selbstüberschätzung?

Veröffentlicht in Kopf am Januar 20, 2008 von socialtuning

„Three things are extremely hard: steel, a diamond, and to know one`s self.” Benjamin Franklin

Die aktuelle Forschung bestätigt dieses Zitat von Benjamin Franklin. Die meisten Menschen sind nicht in der Lage ihr eigenes Selbstbild, ihre Talente, Schwächen, Fähigkeiten und Charakter richtig einzuschätzen.

Kaum jemand ist in der Lage, ein realistisches Portrait der eigenen Person zu zeichnen. Vielmehr neigen wir alle dazu uns selbst in einem günstigeren Licht darzustellen, als es objektiv berechtigt ist. Natürlich gibt es offensichtliche Seiten, die wir realistisch benennen können: Eine unmusikalische Neigung, eine mangelnde sportliche Begabung, etc. Bei weniger konkret messbaren Eigenschaften dagegen beginnt sofort die eigene Selbstüberschätzung.

Beispiele:

-Über 80% der Autofahrer glauben, dass sie zu den besten 5% gehören.

-Eine sozialpsychologische Studie ergab, dass die große Mehrheit der Teilnehmer sich für überdurchschnittlich sensibel, nachdenklich oder gefühlvoll hält.

-Besonders ausgeprägt ist die Selbstüberschätzung in den Bereichen, in denen wir begabt sind: Geschäftsleute und Ingenieure unterschätzen notorisch die Komplexität ihrer Projekte.

-Eine amerikanische Untersuchung ergab, dass 94% aller befragten Professoren davon überzeugt sind „weit Überdurchschnittliches“ zu leisten.

-In der Casting-Sendung „Deutschland sucht den Superstar“ finden sich regelmäßig Kandidaten, die den Ausschluss von dem Wettbewerb nicht ertragen können. Entweder betteln sie um eine weitere Chance oder verabschieden sich mit Sätzen, wie: “Ich weiss, dass ich gut bin. Ich werde meinen Weg trotzdem gehen. Ich glaube an mich.“

-Es gab in Deutschland in den letzten Jahren zehntausende Ich-Ag´s. Zwei Drittel sind nach relativ kurzer Zeit gescheitert. Neben der teilweise fragwürdigen ökonomischen Sinnhaftigkeit und den unterschiedlichen Motiven war auch die Selbstüberschätzung der eigenen Fähigkeiten ein wesentlicher Faktor für das Scheitern.

-Studenten aller Fachrichtungen schätzen ihre Intelligenz und fachlichen Fähigkeiten höher ein, als es die objektiven Leistungen und Messungen in Tests und Noten ergeben.

-In einer Studie wurden Frauen befragt, wie sie auf sexuelle Belästigung reagieren würden. Fast alle antworteten: “Mit Zorn und entschlossener Gegenwehr“. Eine genauere Analyse zeigt dagegen, dass die meisten Frauen eher mit Angst und Rückzug reagieren.

-Ironischerweise glaubt eine Mehrheit aller befragten Gruppen und Altersschichten, dass sie zu einer besseren und ehrlicheren Selbsterkenntnis fähig sind als die große Mehrheit ihrer Mitmenschen.

Je dümmer und inkompetenter jemand ist, desto schlechter ist auch seine Fähigkeit, sich selbst und die eigenen Fähigkeiten richtig einzuschätzen. Der Psychologe David Dunning nennt dieses Phänomen „blissful ignorance“ (etwa: gnädiges Unwissen) Er hat zwei Gründe für die Selbstüberschätzung herausgefiltert:

1) Überzogener Optimismus

2) Die Illusion der Überdurchschnittlichkeit

Ein weiterer Grund für unsere Überschätzung liegt in dem Problem der objektiven Rückmeldung. In der Mathematik gibt es eine richtige Antwort und im Sport einen Schnellsten. Aber wer ist der Intelligenteste in einer Gruppe? Wer hat den besseren Roman geschrieben? Wer hat das bessere Bild gemalt? Wer hat die bessere Musik komponiert und das bessere Haus entworfen?

In mehrdeutigen Situationen neigen wir dazu unsere eigenen Qualitäten zu unserem Vorteil zu definieren. Besonders Eigenschaften, die wir willentlich beeinflussen können, wie z.B. Gewissenhaftigkeit, Kooperation, Disziplin, etc., werden von uns überschätzt.

Auch wenn der Gedanke für manch einen unangenehm ist: Familienmitglieder, Freunde, Vorgesetzte und Kollegen können unsere Fähigkeiten und Eigenschaften besser einschätzen als wir selbst.

Der Vorteil eines präzisen Selbstbild führt in unserem Alltag zu sinnvollen Entscheidungen und zu passenden Lösungen in wichtigen und weniger wichtigen Lebensfragen. Welche Schulfächer machen Sinn, welcher Studiengang passt zu mir, welcher Partner , welche Freunde, Sport, Verein, Partei, Religion und welcher Urlaubsort entspricht meinem Charakter?

Was kann man tun, um seine Selbsteinschätzung ein wenig zu verbessern:

-Die besten Vorhersagen für künftiges Verhalten ermöglicht der ehrliche Blick ohne rosa Brille auf ähnliche Situationen in der Vergangenheit.

-Ein Feedback systematisch suchen und auswerten. Dieses Feedback sollte möglichst spezifisch, rechtzeitig und regelmäßig sein.

-Wertvolles Feedback erhält man von Freunden und Kollegen. Das Feedback von Gleichgestellten regt stärker zur Selbstreflexion an als andere Formen der Rückmeldung.

-Besondere Vorsicht ist geboten, wenn eine Aufgabe besonders leicht erscheint und man von den eigenen Fähigkeiten völlig überzeugt ist. Pleiten finden sich besonders häufig bei Restaurants, Modeboutiquen, Weinhandlungen und Bars. Die meisten Menschen glauben, dass man hierfür keine besonderen Fähigkeiten benötigt.

(Aus: Psychologie Heute-compact – Selbsterkenntnis)

Kindergartenweisheiten

Veröffentlicht in Theorien am Januar 9, 2008 von socialtuning

Folgender Gedanke: Die meisten Dinge, die man wirklich wissen muss über das Leben an sich wurden bereits im Kindergarten deutlich:

Teile alles!

Sei fair!

Schlag niemand!

Stell`die Dinge wieder dort hin, wo du sie weggenommen hast!

Mach deinen eigenen Dreck weg!

Nimm dir keine Dinge, die dir nicht gehören!

Entschuldige dich, wenn du jemand verletzt!

Wasch deine Hände vor dem Essen!

Benutz die Spülung!

Lebe ein ausbalanciertes Leben: Lern, Denk, Zeichne und Mal, Tanz und Sing, Spiel und Arbeite…jeden Tag ein wenig.

Halte ein Nachmittagsschläfchen!

Wenn Ihr vor die Tür geht, dann: Passt auf den Verkehr auf, haltet Händchen und bleibt Zusammen!

Geschichten

Veröffentlicht in Sprechen am Januar 8, 2008 von socialtuning

Plato: „Die, die Geschichten erzählen, beherrschen die Gesellschaft!“

Geschichten sind eine Basis für unsere mentalen Prozesse etwas zu verstehen, zu erinnern und etwas zu kommunizieren.

Lehn dich bei  deinem nächsten gesellschaftlichen Anlass ein paar Minuten zurück und beobachte die Gespräche der anderen Personen. Was macht jeder?

Ein großer Teil des Abends wird damit gefüllt Geschichten und Anekdoten auszutauschen. Lustige Geschichten, traurige Geschichten, Geschichten aus den Nachrichten oder Zeitungen, Geschichten von früher und Geschichten über andere Personen.

Geschichten sind ein Weg für uns etwas zu lernen. Die kommerziell erfolgreichsten Bücher über Wirtschaft sind die, in denen die Geschichte einer einzelnen Person oder einer Firma erzählt wird. Die Leser erhoffen sich dann (mehr oder weniger) Muster und Strukturen ableiten zu können, die zu Erfolg führen.

Zynismus, Skepsis, und Naivität

Veröffentlicht in Kopf am Januar 8, 2008 von socialtuning

Wenn man eine Person mit einer sachlichen Behauptung konfrontiert, wird:

der Skeptiker einen Beweis fordern.

der Zyniker keinen Beweis fordern, da er automatisch davon ausgeht, dass die Behauptung falsch ist.

die naive Person ebenso keinen Beweis fordert, da sie automatisch davon ausgeht, dass die Behauptung richtig ist.

Zynismus und Naivität sind beides Formen der Leichtgläubigkeit:

Ein Zyniker glaubt schnell, dass jede Behauptung von XY falsch ist und somit nicht vertrauenswürdig.

Ein naiver Mensch glaubt schnell, dass jede Behauptung von XY wahr ist und somit natürlich auch vertrauenswürdig.

Sei skeptisch! Fordere Beweise und „keep your mind open“!

Das Marmeladenglas in der Schublade

Veröffentlicht in Theorien am Januar 8, 2008 von socialtuning

Der irische Philosoph und Wissenschaftler De Selby unternahm folgenden Versuch:

In einem leeren Marmeladenglas sammelte er über mehrere Wochen Staubfusseln, Hausstaub, verbogene Büroklammern, die Kruste von Zahnpastatuben, kleine Splitter von Gibsstatuen, der Schleim, der nach einerWeile im Waschbeckensieb hängenbleibt, Dreck aus dem Kellerecken, Asche, die Staubknäuel aus dem Bauchnabel usw..

Für diese Arbeit benötigte er mehrere Wochen. Und am Ende war er selbst nicht mehr in der Lage, alle Bestandteile des Marmeladenglases zu benennen.

Mit dem Glas in der Hand ging er zum Hafen und befragte die Passagiere der ankommenden Fähre, 123 Dubliners und 246 Engländer und Europäer, was in dem Glas enthalten ist.

77,6% sagten sofort:“Oh, ich weiss, es ist _______“, und machten anschließend wilde Spekulierungen. Von den 77,6% hielten allein 54,3% den Inhalt für das Zeug, dass in pakistanischen Restaurants in die Curry-Sauce gemixt wird.

Von den 22,4% waren alleine 83,5% in Eile, da sie eine Show im Schloß Clontarf besuchen wollten.

De Sleby schloss daraus, dass die meisten Europäer glauben, dass alles irgendwie beschrieben und klassifiert werden kann mit der Aussage „Dies ist ein Tüdeldüüditirgendwas!“

(Aus: “Der neue Prometheus” Robert Anton Wilson)

Ein Experiment: Die Papprolle

Veröffentlicht in Hand am Januar 2, 2008 von socialtuning

Dies ist ein kleines „psychologisches Spiel“, welches ohne großen Aufwand umgesetzt werden kann:

Nimm dir eine einfache Klopapierrolle oder etwas ähnliches.

Schreib mit einem Stift schmucklos „oben“ an das eine Ende und „unten“ an das andere Ende dieser Papprolle.

Leg die Papprolle quer auf den Tisch.

Wenn Besuch in deiner Wohnung ist, forder ihn dazu auf die Papprolle unter einem Vorwand in die Hand zu nehmen (z.B.:“Was sagst du dazu?“) und bitte deinen Besuch anschließend darum, die Papprolle wieder auf den Tisch zu legen/stellen.

Wahrscheinlich wird JEDER die Papprolle so hinstellen, dass die „Oben“-Seite oben ist, obwohl die Papprolle vorher quer lag und es nicht wirklich einen logischen Grund dafür gibt sie so zu positionieren.