Archiv nach Kategorie "Sprechen"

Die Wahrheit erkennen

Veröffentlicht in Sprechen am April 5, 2009 von socialtuning

Anstatt sich mit der Frage zu beschäftigen, ob jemand lügt, kann man stattdessen auch den Spieß umdrehen und Kriterien nennen, die auf den Wahrheitsgehalt einer Geschichte hindeuten.

Deutsche Psychologen haben eine so genannte „Glaubhaftigkeitsbegutachtung“ entwickelt, die verschiedene Kriterien aufführt, die Menschen anwenden, wenn sie die Wahrheit sagen.

Nichtsdestotrotz ist es natürlich möglich, dass eine Lügengeschichte ebenso einige dieser Punkte enthält oder einer wahren Geschichte Punkte fehlen.

1. Zeitliche Sprünge

Eine Geschichte wird nicht in der präzisen zeitlichen Abfolge, sondern mit mehreren Zeitsprüngen erzählt. Sei es um weitere Hintergrundinformationen zu nennen oder um wichtige Punkte hervorzuheben.

2. Je mehr Details, desto wahrscheinlicher ist der Wahrheitsgehalt

Lügner wiederholen nur wesentliche Informationen und können keine detaillierten Angaben von dem Ereignis machen.

3. Einbettung in den Kontext

Das Ereignis wird in einen alltäglichen Zusammenhang eingebettet. Z.B.:„Als ich wie immer um 8 Uhr die Tagesschau geschaut habe, kam auf einmal …“

4. Beschreibung von Interaktionen

Wahre Geschichten beschreiben, wie eine Person mit einer weiteren wichtigen Person ein Gespräch o.ä. hatte.

5. Wörtliche Zitate

Ein Lügner würde eher nicht Passagen aus einem Gespräch zitieren. Z.B.: Lüge: „Ich sagte ihm er solle das nicht machen.“ Wahrheit: Ich sagte zu ihm:“ Mach das bloß nicht!“

6. Unerwartete Komplikationen

Wenn die Geschichte keine unerwarteten Unterbrechungen oder Ereignisse enthält, ist sie wahrscheinlich nicht wahr.

7. Ungewöhnliche Details

Wahre Geschichten enthalten ungewöhnliche Details, wie z.B. „Er trug eine goldene Sonnenbrille“ oder „Sie hatte ein kleines Tattoo am Knöchel.“

8. Äußerungen über die Gefühle des Sprechers

Wahre Geschichten enthalten Äußerungen über die verschiedenen unterschiedlichen Gefühle, die die Person während der Geschichte durchläuft.

9. Äußerungen über die Gefühle anderer Beteiligter

Der Erzähler beschreibt die vermuteten Gefühle anderer beteiligter Personen.

10. Spontane Korrekturen

Der Erzähler unternimmt kleine Korrekturen oder fügt kleine Details zu der Geschichte ein.

11. Lücken in der Erinnerung eingestehen

Wer die Wahrheit erzählt, hat keine Probleme damit, Lücken in der Erinnerung zuzugeben. Ausnahme: „Das weiß ich nicht“ als Antwort auf eine direkte Frage.

12. Zweifel andeuten

Wer die Wahrheit spricht, mag Zweifel andeuten, dass jeder einzelne Teil der Geschichte wirklich genau so geschehen ist.

13. Selbst-Missbilligung

Der Erzähler spricht Details an, die ihn unvorteilhaft erscheinen lassen.

(Aus: „Tricks of the Mind“ Derren Brown)

siehe auch: Lügen erkennen

OK

Veröffentlicht in Sprechen am April 1, 2008 von socialtuning

Wofür stehen die beiden Buchstaben „OK“?

Es gibt zahlreiche Erklärungen, hier sind drei:

-Bei den Choctaw-Indianern gibt es ein Wort „okeh“, das so viel heißt wie „in der Tat“.

-Ein gewisser Otto Krause, bei den Fort-Autowerken zuständig für die Endkontrolle, zeichnete unbeanstandete Autos mit seinen Initialen „O.K.“.

-Der preußische General Steuben, der die Truppen George Washingtons im Unabhängigkeitskrieg gegen die Briten befehligte, konnte zwar Englisch sprechen, jedoch nicht schreiben. So unterzeichnete er seine Befehle mit „orl korrekt“ – lautschriftlich für „all correct“.

(Aus: “Duden – Auf gut Deutsch!”)

Klick, surr

Veröffentlicht in Sprechen am Februar 4, 2008 von socialtuning

Folgendes Experiment wurde mit Truthennen durchgeführt:

Nachdem Verhaltensforscher herausgefunden hatten, dass eine Truthenne ausschließlich auf den akkustischen Reiz „Tschiep-tschiep“ der Küken ihr mütterliches Erziehungsverhalten zeigt, hat man ihnen ein ausgestopftest Stinktier (der natürliche Feind der Truthenne) vorgesetzt. Dieses ausgestopfte Stinktier wurde mit einem Tonbandgerät ausgestattet, auf dem die Geräusche der Küken gespeichert waren. Näherte sich die Attrappe der Truthenne, so wurde sie von der Henne attackiert. Wenn das Tonbandgerät eingeschaltet wurde und die „Tschiep-tschiep“-Geräusche der Küken erklangen, wurde die Attrappe sofort unter die Fittiche der Henne genommen.

Klick=Das „Tschiep-tschiep“-Geräusch der Küken, surr=Das mütterliche Erziehungsprogramm der Henne.

Die mütterlichen Instinkte unterliegen der Kontrolle dieses Geräuschs.

Diese blinden mechanischen Handlungsmuster wurden bei einer großen Vielfalt von Arten identifiziert (Beispiele: Paarungsverhalten, Aufzucht von Jungtieren, Gebietsverteidigungsverhalten).

Auch Menschen besitzen solche vorprogrammierten „Bänder“, die uns in der Regel gute Dienste leisten.

Die Sozialpsychologin Ellen Langer zeigt dies in dem folgenden Experiment:

Wenn wir jemand um einen Gefallen bitten, haben wir mehr Aussicht auf Erfolg, wenn wir unsere Bitte begründen. Das Experiment bestand darin, die Menschen in einer Schlange vor einem Kopierer darum zu bitten, vorgelassen zu werden.

Die Formulierungen der Testläufe waren unterschiedlich und die positiven Reaktionen entsprechend.

1) „Entschuldigung, ich habe 5 Seiten. Können Sie mich bitte vorlassen, weil ich es sehr eilig habe.“ 94% der Wartenden ließen sie vor.

2) „Entschuldigung, ich habe 5 Seiten. Können Sie mich bitte vorlassen?“ 60% der Wartenden ließen sie vor.

3) „Entschuldigung, ich habe 5 Seiten. Können Sie mich bitte vorlassen, weil ich Kopien machen muss?“ 93% der Wartenden ließen sie vor. Dies ist besonders ungewöhnlich, da nach dem „weil“ keine neuen Informationen gegeben werden!

Klick= Das Wort „weil“, surr= Die Einwilligungsreaktion.

(Aus: “Die Psychologie des Überzeugens” – Robert B. Cialdini)

Geschichten

Veröffentlicht in Sprechen am Januar 8, 2008 von socialtuning

Plato: „Die, die Geschichten erzählen, beherrschen die Gesellschaft!“

Geschichten sind eine Basis für unsere mentalen Prozesse etwas zu verstehen, zu erinnern und etwas zu kommunizieren.

Lehn dich bei  deinem nächsten gesellschaftlichen Anlass ein paar Minuten zurück und beobachte die Gespräche der anderen Personen. Was macht jeder?

Ein großer Teil des Abends wird damit gefüllt Geschichten und Anekdoten auszutauschen. Lustige Geschichten, traurige Geschichten, Geschichten aus den Nachrichten oder Zeitungen, Geschichten von früher und Geschichten über andere Personen.

Geschichten sind ein Weg für uns etwas zu lernen. Die kommerziell erfolgreichsten Bücher über Wirtschaft sind die, in denen die Geschichte einer einzelnen Person oder einer Firma erzählt wird. Die Leser erhoffen sich dann (mehr oder weniger) Muster und Strukturen ableiten zu können, die zu Erfolg führen.

Schmerzen ertragen & Kontrolle erhalten

Veröffentlicht in Sprechen am Dezember 13, 2007 von socialtuning

Menschen können wesentlich stärkere Schmerzen ertragen, wenn sie das Gefühl haben, diesen Schmerz jederzeit beenden zu können. Man fühlt sich nicht der Situation ausgeliefert.

-Dies ist der Grund, warum jeder (gute) Zahnarzt vor dem Bohren dem Patienten die Möglichkeit gibt die Behandlung durch ein Zeichen abbrechen zu können. Dies führt dazu, dass der Patient stärkere Schmerzen ertragen kann.

-Ein weiteres Beispiel findet sich in der Computer-Tomographie. Die Patienten bekommen einen „Panik-Knopf“ in die Hand, der es Ihnen jederzeit ermöglicht die Behandlung abzubrechen.

Dieses Phänomen lässt sich im Alltag nutzen, um Kontrolle unter Druck zurückzugewinnen. Wenn man den Autopilot in Streßsituationen abschalten kann, kann man ein besseres Verhalten unter Druck erlangen.

Es gibt im wesentlichen 6 typische Symptome, die auf Drucksituationen schließen lassen:

1) große körperliche Anspannung

Unter Druck heben wir die Schultern an oder schieben die Füße im Sitzen zurück.

Daraus folgt: Die Schultern senken, zurücklehnen und mindestens einen Fuß mit der gesamten Fußsohle auf den Boden setzen.

2) den Atem anhalten 

Ein bekanntes Beispiel ist die Anspannung beim Sport, die dazu führt, dass der Atem angehalten wird.

Daraus folgt: Tiefes bewusstes Ausatmen

3) der Drang zu schnell zu reden

Unter Druck versucht man ein unangenehmes Thema mit einer höheren Sprechgeschwindigkeit „schneller“ zu beenden. Situationen, in denen man sich rechtfertigen muss, sind hierfür ein gutes Beispiel.

Daraus folgt: Langsam sprechen und Pausen einbauen

4) Unterbrechen von Gesprächspartnern

Dies geschieht unter Druck, da man ungeduldig wird und dem Gesprächspartner dabei helfen möchte Licht ins Dunkle zu bringen.

Daraus folgt: Ausreden lassen mit einem Lächeln

5) Sagen statt Fragen

Wer fragt führt. Wer behauptet, muss beweisen. Unter Drucksituationen können unnötige Aussagen die Situation verschlimmern.

Daraus folgt: Unnötige Aussagen vermeiden und Fragen formulieren, wie: „Können Sie diese Aussage belegen?“ oder „Woher haben Sie diese Informationen?“

6) verstärkt persönliche Erfahrungen einbringen

Die eigenen Erfahrungen sind ausschlaggebend für unsere Überzeugungen und Einstellungen. Der Einblick in das Persönliche macht allerdings auch verwundbar und kann von Gegnern gegen einen verwendet werden.

Daraus folgt: Persönliches zurückhalten und Fakten vorziehen.

Jeder Mensch reagiert unter Druck anders und jeder Mensch kann einen eigenen Weg finden, mit Druck besser umzugehen.

Ein soziales Gesetz

Veröffentlicht in Sprechen am Dezember 9, 2007 von socialtuning

In jeder sozialen Interaktion reagiert immer eine Person stärker auf die andere Person.

Wenn man nicht mehr auf andere Menschen reagiert um Akzeptanz zu erlangen, fühlen die anderen Menschen einen höheren Wert und beginnen selber zu reagieren.

.

Ein Gesprächstrick

Veröffentlicht in Sprechen am November 11, 2007 von socialtuning

Um einer Unterhaltung oder einem wichtigem Gespräch eine gute Gesprächsatmosphäre zu ermöglichen, ist es vorteilhaft, wenn man zusammen eine zusätzliche einfache Tätigkeit ausübt oder eine einfache Ablenkung ermöglicht.

Sitzt man sich gegenüber und fixiert man sich auf das Gespräch, lastet automatisch ein gewisser Druck auf den Gesprächspartnern um ein peinliches Schweigen zu vermeiden.

Wenn man einer gemeinsamen Tätigkeit nachgeht, z.B. gemeinsam etwas aufräumen oder Sport treiben, oder zusätzliche Reize bietet, z.B. Auto fahren, verbessert sich die Atmosphäre. Dies funktioniert bei alten Freunden genauso wie bei Unbekannten. Selbst ein laufender Fernseher ohne Ton kann einen deutlichen Unterschied ermöglichen.

Da stellt sich nur noch die Frage, wie man seine Freunde dazu bringt, während einer Unterhaltung beim Abwasch zu helfen!? :)

Die Katze und der Hund

Veröffentlicht in Sprechen am Oktober 24, 2007 von socialtuning

Eine Katze begegnet einem Hund und sagt: „Miau!“ Der Hund schaut ziemlich verdattert drein. Die Katze sagt noch einmal: „Miau!“ Der Hund kapiert immer noch nichts. Die Katze sagt noch einmal, diesmal mit Betonung: „Miiiau!“ Schließlich versucht der Hund zaghaft: „Wau-Wau?“ Entrüstet stolziert die Katze davon und denkt: „Blöder Hund!“

Kommunikation und Missverständnisse gehen gerne Hand in Hand.

Richtig Kritisieren

Veröffentlicht in Sprechen am Oktober 5, 2007 von socialtuning

Andere Menschen kritisieren ist häufig … „kritisch“.

Hier einige Ideen, wie man Kritik ohne schwerwiegende Folgen ermöglichen kann:

1) Lob 2) Kritik 3) Lob

Ein Beispiel:

1- Hi Klaus, hast du ne Sekunde für mich?

- Klar, was ist los?

- Zunächst möchte ich mich für das Programm bedanken, das du mir geschickt hast. Du bist wirklich gut darin, dies anderen zu erklären!

- Bitte, kein Problem.

2- Nun, zu meinem Thema (nicht Problem nennen). Im Moment gibt es viel zu tun in der Firma und ich fühle mich ein wenig überlastet (über Gefühle kann man schlecht diskutieren). Normalerweise sind mir meine Aufgaben klar (von sich selber sprechen vermeidet mit dem Finger auf andere zeigen). Kannst du mir dabei helfen? Es ist wahrscheinlich eh mein Fehler! Es wäre sehr nett und würde mir weiterhelfen!

- Nun…ich werde sehen, was ich tun kann!

3- Danke, das bedeutet mir viel und hilft mir weiter. Bevor ich es vergesse, dein letzter Entwurf war klasse.

- Fandest du? Nun, … …

Auch wenn diese Unterhaltung recht förmlich wirkt, gibt es mit Sicherheit viele Situationen im Berufsleben, in denen man sich vorsichtig ausdrücken sollte, vor allem gegenüber Vorgesetzten.

Bei Personen, die einem nahe stehen, lässt sich einiges umgangsprachlicher formulieren, aber die Struktur bleibt trotzdem gleich.

Weiteres

Unfaire Kritik richtet sich auf die Vergangenheit, faire Kritik auf die Zukunft.

Kritik nicht aufbauschen, sondern so klar und knapp wie möglich formulieren.

Der zu kritisierenden Person mitteilen, wie untypisch der Fehler für sie ist.

Konkrete und konstruktive Hilfe anbieten.

(Aus: “The 4-Hour Workweek” – Timothy Ferriss)

Gute Noten bekommen

Veröffentlicht in Sprechen am September 30, 2007 von socialtuning

An dieser Stelle eine Idee, wie man in der Schule und an der Universität bessere Noten bekommen kann:

- Nachdem ihr eine Arbeit korrigiert und benotet zurückbekommen habt fertigt ihr eine lange Liste mit Fragen zur Arbeit an. Jeder Dozent und jeder Lehrer bietet Sprechstunden an, in denen ihr all diese Fragen stellen dürft. Auf diesem Weg lernt ihr die Vorurteile und die persönlichen Ärgernisse und Vorzüge der Person, die euch bewertet, kennen und erfahrt die Kriterien des entsprechenden Notenschlüssels.

- Werdet ihr nach Ablauf der Sprechstunde weggeschickt, kommt ihr nächste Woche wieder und fahrt mit euren alten Fragen (und neu gefundenen Fragen?) fort.

- Bei aller Höflichkeit und Sachlichkeit im Gespräch: Be a pain in the ass!!! Sorgt dafür, dass die Person gegenüber euch so schnell nicht vergisst. Nimmt keine Rücksicht, wenn euer Gesprächspartner müde wird oder genervt ist. Ihr habt ein Recht auf eure Antworten.

Wenn ihr das richtig macht, ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass ihr

1) beim nächsten Mal eine bessere Note schreibt und daher…

2) nie wieder ein solches Gespräch mit dem Dozenten/Lehrer wiederholen müsst.

(Aus: “The 4-Hour Workweek” – Timothy Ferriss)