Lästereien

Hermann Hesse sagt in Demian: „Wenn wir einen Menschen hassen, so hassen wir in ihm etwas, was in uns selber sitzt. Was nicht in uns selber ist das regt uns nicht auf!“

Faszinierend oder empörend?

Ein Mensch mit gesundem Selbstbewusstsein und Souveränität kennt auch die dunklen Seiten der eigenen Persönlichkeit, lässt sich aber nicht von ihnen beherrschen.

Diese dunklen Seiten ihrer Persönlichkeit ignorieren viele Menschen gerne, weil es das Leben vielleicht etwas einfacher macht.

Man vertuscht, ignoriert und blendet aus, was einem nicht gefällt.

Aber erst, wenn wir auch die Nachteile unserer Persönlichkeit sehen,können wir auch daraus lernen. Wenn wir Sie akzeptieren, können wir Sie im nächsten Schritt kontrollieren.

Wer sich selbst gegenüber sicher ist, für den erfüllt ein Angriff (=Lästereien) auf andere keine nützliche Funktion.

-Wenn Sporthasser über Sportler lästern, bekämpfen sie vielleicht das schlechte Gewissen über den Mangel an Bewegung.

-Wenn berufstätige Frauen über Mütter lästern, bekämpfen sie vielleicht den verdrängten Wunsch, auch Mutter zu sein und zeigen so eine gewisse Unsicherheit gegenüber der eigenen Rolle.

-Wenn man anderen Menschen ihre Erfolge nicht gönnt und mit Neid reagiert, zeigt dies vielleicht den Frust darüber bisher keine eigenen Erfolge vorweisen zu können.

-Wenn man über einen Bekannten lästert, der großen Erfolg bei Frauen hat, so zeigt dies vielleicht seine eigene Unsicherheit gegenüber dem anderen Geschlecht. Hätte man selber genügend Erfolge vorzuweisen oder wäre manin einer glücklichen Beziehung, so hätte man wahrscheinlich nicht viele Gründe zu lästern.

Wenn einem andere Menschen auf die Nerven gehen oder Ärger in uns auslösen, sagt dies viel über uns aus.

Was von den Lästereien über andere steckt in mir?

Sich selbst eingestehen, dass dieser Teil der Persönlichkeit da ist und diese Seite akzeptieren, kann einen einen großen Schritt weiter bringen, sich selber kennen zulernen und eine gewisse Souveränität zu erlangen.

 

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