Gehirnwäsche

Der Prozess der Gehirnwäsche läuft immer in bestimmten Phasen ab, egal ob es sich dabei um die Bundeswehr, eine Entführung, eine Sekte (oder DSDS) handelt:

1. Phase:

Um eine Gehirnwäsche einzuleiten, also eine neue Prägung zu schaffen, muss die Person in einen Zustand infantiler Hilflosigkeit versetzt werden. Der biologische Überlebensinstinkt eines Menschen wird dadurch gezwungen, sich den neuen Regeln anzupassen. Damit einher geht eine Isolation von dem bisherigen sozialen Umfeld. Bleibt man in der Isolation allein, können Halluzinationen eintreten. Kleine Kinder, die keine Geschwister haben und eher abgeschieden leben, können imaginäre Spielgefährten erfinden. Auch Erwachsene erfinden „Gefährten“, „Führer“ oder „Erzengel“ wenn es an normalen sozialen Kontakten mangelt.

Nach der Isolation kann die erste Bezugsperson zum Mutter- oder Vaterersatz des Opfers werden. (Dies kann eine mögliche Erklärung dafür sein, dass Entführte merkwürdigerweise Sympathie für ihre Entführer empfinden.) Dies wird verstärkt, wenn diese Person dem Opfer die Mahlzeiten reicht. (Ein Tauf- oder Wiedererweckungsritual ist häufig mit einer Mahlzeit verbunden.)

2. Phase:

In der nächsten Phase, in der das Opfer weiterhin regelmäßig ernährt wird, wird das Ego des Opfers angegriffen nach dem einfachen Grundprinzip „Du hast unrecht. Wir haben Recht! Du wirst wahrscheinlich nie Recht haben, aber wir versuchen trotzdem mal es dir beizubringen“.In dieser Phase wird der bürgerliche Name abgelehnt und ein eher anales Vokabular gewählt (Komm her, du Arschloch!).

Diese Phase ist abgeschlossen, wenn das Opfer auf ehrliche Weise versucht, die Sympathie seines Herren zu suchen. Diesen echten Versuchen gehen zunächst gespielte Versuche voraus. Auf die dann folgenden ersten Belohnungen folgen auch immer wieder Rückschläge, damit das Opfer lernt, dass die zunächst gespielten Versuche nicht auf Dauer ausreichen.

3. Phase:

In der dritten Phase wird nun die neue Realität oder Ideologie vermittelt. Dabei wird darauf geachtet, dass diese neue Realität ein paar Fallen bzw. Denkfehler enthält, um dem Opfer Rückschläge zu ermöglichen („Also doch nicht richtig…“). Diese Rückschläge bewirken dann eine erhöhte Motivation des Opfers die neue Realität anzueignen. Dabei wird teilweise ein grober Unsinn vermittelt, der allerdings eine scharfe Trennung zwischen der neuen und der alten Realität ermöglicht und eine Gruppensolidarität vermittelt. Bei einem seltenen Kontakt mit der Außenwelt kann dies ein Gefühl von Unbehagen erzeugen.

Bei all dem Unsinn muss allerdings immer das Gefühl der Überlegenheit der neuen Realität vermittelt werden

Die wohl einfachste Art der Gehirnwäsche ist die Geburt. Alle oben genannte Prinzipien spielen eine Rolle und je nachdem, wie das Opfer aus seiner „normalen“ Sozialisation herauskommt, hängt davon ab, ob es als Eskimo oder Indianer oder Kommunist oder Buddhist oder Agnostiker oder Mafiosi erzogen wird!

(Mehr: „Der neue Prometheues“  Wilson)

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Kopf veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s